Buchpräsentation

 

Oratorium von Tod und Leben

 

Dass zu einer Buchpräsentation an die 200 Menschen kommen, ist ungewöhnlich. Unter den Zuhörern waren auch der Metropolit der griechisch-orthodoxen Kirche in Österreich, Arsenios, und Prominente wie Dagmar Koller.

Ebenso ungewöhnlich war auch die Präsentation des Buches mit musikalischer Untermalung durch vier Solistinnen, die von der Autorin ausgebildet wurden: Melanie Deniz Ayaydin, Cristina Condria, Maryna Garasymchuk und Prushat Ghandhari, am Klavier begleitet von Yu Chen. Als Gastsolist bereicherte der Pianist Markus Prause das Programm.

 

Ungewöhnlich ist aber auch das Buch selbst, das von einer persönlichen Leiderfahrung ausgeht, die in den Horizont der menschlichen Grundfragen des Lebens gestellt wird. Nach dem Tod ihres Mannes, Wilhelm Kreihsl, fiel Elsa Kastela in eine Nacht des Nichts. Der Schmerz erwies sich aber als Bedingung eines geistigen Aufstiegs. Die tiefe Erschütterung führte letztlich in eine tiefe Gotteserfahrung. Der mühsame, mit Steinen und Leiden gepflasterte Weg führte damit vom Tod zum eigentlichen Leben.

Diese Erfahrung verarbeitete Elsa Kastela-Kreihsl in ihrem Buch, das in der musikalischen Struktur des Oratoriums geschrieben ist. Das persönliche Thema des Leidens am Tod ihres Gatten ist das rhythmisch wiederkehrende Thema, jedoch eingebettet in das universale Drama von Tod und Leben, das philosophisch-theologische Dimensionen hat. Die Bewegung geht aber nicht vom Leben zum Tod, sondern umgekehrt vom Tod (in der Welt des Alltäglichen) zum (eigentlichen) Leben in Christus.

Die Unglücksfälle des Lebens können und sollen dazu führen, dieses Leben neu zu überdenken und in der Auseinandersetzung mit sich selbst und die Öffnung zu einem größeren Sein die eigene Auferstehung in Christus herbeizuführen. Die Autorin verbindet die eigenen Erfahrungen, die sich von einer persönlichen zu einer kosmischen Dimension weiten, mit Zitaten der Kirchenväter aus der Philokalie und der Bibel, die ihre philosophisch-theologische Bedeutung unterstreichen.

Das Buch soll einerseits Trost geben in der Bewältigung eigenen Leids, andererseits dazu anregen, über die Grundfragen des Lebens zu reflektieren, die jeden Menschen unmittelbar angehen, denen er letztlich nicht entkommen kann.


Elsa Kastela-Kreihsl, „Oratorium von Tod und Leben“, BoD, 2012

EINLADUNG

zur

BUCHPRÄSENTATION

 

Elsa Kastela-Kreihsl:

Oratorium von Tod

und Leben

 

am Dienstag, dem 8. Jänner 2013

um 19.00 Uhr


im Ehrbar-Saal

des Prayner-Konservatoriums


Mühlgasse 28-30

1040 Wien

Elsa Kastela

 

war eine weltweit gefeierte Sopranistin. Nach Beendigung ihrer Bühnenkarriere unterrichtete sie am Konservatorium der Stadt Wien, danach am Prayner-Konservatorium Gesang. Mit ihrem Können und ihrer Intuition perfektioniert sie laufend die Technik des Singens.
Die Welt des Klangs verinnerlichte sie derart, dass sie alle Dimensionen menschlichen Seins damit verbindet. So wie das Singen den ganzen Menschen erfordert, die Offenheit zum Ganzen des Ursprungs, so löst sich letztlich auch die Grenze zwischen Gesang und Religiosität auf.